Sa
02
Mai
2009
Stewards and Creators
Bridging the Gap
Between Stewards and Creator von Robert D. Austin and Richard L. Nolan aus MIT Sloane Management Review
In der Winter-Ausgabe 2007 der MIT Sloane Management Review findet sich ein interessanter Artikel über die Problematik der Zusammenarbeit von
'Kreativ-Köpfen' und 'Verwaltern'. Speziell in technologie-intensiven Unternehmen braucht es beide Persönlichkeitstypen, um erfolgreich technologische Innovation zustande zu bringen. Die Autoren
Robert D. Austin und Richard L. Nolan geben 8 praktische Hinweise, wie es gelingen kann, solch unterschiedliche Menschen sprich Interessen in der Organisation zu halten und unter ihnen eine
fruchtbare Zusammenarbeit hinzubringen.
Können wir das nicht ganz allgemein auf Führung übertragen?
Prallen nicht immer mal wieder die charismatischen Visionäre und die betriebswirtschaftlich orientierten Praktiker aufeinander?
Branchenunabhängig, auch in ganz und garnicht technologisch orientierten Organisationen?
Werden wir nicht spätestens in den gemeinsamen Management-Meetings mit diesem Konflikt konfrontiert?
Meine These:
Wir vermengen in Meetings die Bedürfnisse der TN, notgedrungen.
Notgedrungen?
Oder ginge es auch anders?
Die Steuerung des Unternehmens via Controlling des Fortschritts der Aufträge zur Erreichung der angestrebten Ziele erfordert vom Management-Team etwas ganz anderes als die Festigung des Gefühls einer
gemeinsamen Begeisterung für eine sinnstiftende, lohnende Vision.
Je effizienter Ersteres abgehandelt werden kann (Erfolg durch den Beitrag der stewards!) desto mehr Zeit bleibt für Letzteres, die eher informelle Gemeinschaftsbildung (Beitrag der creators zum
Erfolg).
Ersteres läßt sich standardisieren, perfektionieren (darin besteht just die Leistung der stewards), Letzteres bleibt immer dem individuellen Geschmack und Stil überlassen (dort liegt die Stärke der
creators) und misst sich eher an 'gefühlter Mitnahme'.
Stewards beziehen ihren Nutzen genau aus dem Gemeinsam, der Einheitlichkeit, dem, worin alle gleich sind; creators dagegen verbinden gerade die Potentiale, die sich aus der Vielfalt, Andersartigkeit,
Eigenart ergeben.
Was definitiv nicht funktioniert, sind einerseits minutiös durchdeklinierte Tagesordnungen, die keine Abweichung, keinen Spielraum für Kreativität lassen; aber auch beliebig offene Abläufe ohne
Struktur, in denen sich Themen und Teilnehmer zu verlieren drohen.
Erfolgreiche Unternehmen brauchen beides!
In ihrer ganz eigenen Kombination und Dosierung.
Diese gilt es zu finden.
